Frau, die einen Spiegel hält

„If you think you can, you probably can. If you think you can’t – well that self-limiting and self-fulfilling belief might well stop you doing something you’re perfectly capable of doing.“

(Albert Bandura)

Woran liegt es, dass manche Menschen glauben, sie seien gänzlich ohne Talent für irgendetwas geboren und andere wiederum sind der Überzeugung, sie können alles schaffen? Carol Dweck sagt: Es liegt am eigenen Selbstbild. Dieses entscheidet maßgeblich darüber, ob wir unser Potenzial ausschöpfen oder nicht. Ich fasse ihre wichtigsten Gedanken zusammen.

Heute war ich bei meinem Nachhilfeschüler. Er schreibt morgen einen Mathetest und ist aufgeregt. Er hatte Schwierigkeiten beim Rechnen und sagte mehrmals: „Ich bin einfach zu dumm“. Das macht mich traurig und nachdenklich. Ich finde es so schade, dass er dieses Selbstbild hat, weil es einfach nicht richtig ist. Es ist ein falscher Glaubenssatz der in Gewinner und Verlierer einteilt. Ich frage mich, woher kommt dieses negative Selbstbild?

Es kann zum Teil daher rühren, dass Kinder schon früh schulisch bewertet werden und sich dann aufgrund von schlechten Noten auch selber abwerten. „Sobald Kinder anfangen, sich selbst zu beurteilen, beginnen einige, sich vor Herausforderungen zu fürchten. Sie haben Angst davor, dumm auszusehen“, sagt zum Beispiel Carol Dweck in ihrem Buch „Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“.

Es kann aber auch daher rühren, dass Kinder sich zu sehr unter Druck setzen, ganz nach dem Motto „Schlaue Kinder machen keine Fehler“. Das Schlimme ist, dass so eine Benotung oder Bewertung ein ganzes Leben lang haften bleiben kann.

Das dynamische und das statische Selbstbild

Nach der Autorin gibt es nur zwei Selbstbilder: Ein statisches und ein dynamisches. Das statische Selbstbild glaubt an unverrückbare Eigenschaften. Also, dass man mit Talent geboren wird, oder entweder intelligent oder dumm ist. „Weil sie glauben dass uns eine Beurteilung für immer festlegt, fühlen Menschen mit einem statischen Selbstbild in jeder Prüfungssituation immense Anspannung. Sie meinen, sie müssten sofort alles richtig machen“  so Dweck.

Das dynamische Selbstbild vertraut jedoch darauf, dass sich eine Persönlichkeit durch eigene Anstrengung weiterentwickeln kann und dass nichts in Stein gemeißelt ist. Der Soziologe Ben Barber sagte laut Dweck einmal „Ich teile die Welt nicht in Schwache und Starke oder in Gewinner und Verlierer ein. Ich teile die Welt in Lerner und Nicht-Lerner ein.“

Am Ende ist das Selbstbild auch nur eine Glaubensfrage: „Menschen, die an unveränderbare Eigenschaften glauben, laufen immer Gefahr, sich von einer Niederlage festlegen und dauerhaft beeinflussen zu lassen. (…) Menschen, die glauben, dass sie ihre grundlegenden Eigenschaften weiterentwickeln können, erleben Misserfolge zwar auch als schmerzhaft, doch sie lassen sich nicht von ihnen festlegen.“

Das heißt aber auch, dass man seine Denkweise ändern kann. Wer daran glaubt, dass Eigenschaften entwicklungsfähig sind, kann sein Potenzial voll ausschöpfen.

Literaturempfehlung:

„Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt“ von Carol Dweck

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