Gestern habe ich von Kea von Garnier erfahren, wie wichtig es ist, das Schreiben nicht zu verschieben, auf bessere Zeiten, sondern dann damit zu beginnen, wenn sich Fenster im Tagesablauf öffnen oder man sich bewusst entscheidet, zu schreiben. So will ich heute über Mut schreiben, da es mich in letzter Zeit beschäftigt hat.

Ihr kennt das sicher, wenn man vor großen Fragen steht, wie zum Beispiel: Will ich es wagen, mich zu verändern, in eine neue Stadt zu ziehen und das Gewohnte, Bekannte hinter mir zu lassen. Wen werde ich damit enttäuschen? Werde ich es schaffen, in einer fremden Stadt, ein Neubeginn? Werde ich mutig genug sein?

Fragen über Fragen. Alle enden bei zwei Gefühlen, die wir alle in uns tragen: Mut und Angst. Aus Angst macht man Dinge, die man eigentlich nicht tun will und gleichzeitig unterlässt man Dinge, von denen man träumt. Im letzteren Fall verhindern verinnerlichte falsche Glaubenssätze, dass man die Dinge umsetzt, die man sich wünscht. „Ich bin nicht gut genug“, „Ich werde scheitern“ oder „Ich habe kein Talent“. Es gibt so viele falsche Ansichten, die einen behindern und hemmen können (siehe Artikel: Über Kreativität).

„Ich definiere Mut als das Gefühl, vor etwas Angst zu haben und es trotzdem zu tun“ sagt die US-amerikanische Autorin Kate Swoboda. Mut also, geht Risiken ein. Aber wann ist es Übermut, wann die richtige Dosis Mut? Anekdote: Ich war als Kind sehr mutig, kletterte auf hohe Bäume und meine Mutter hatte immer Angst um mich – aber sie ließ mich machen. Es ist mir auch nur ein einziges Mal etwas passiert – und das war nicht wirklich schlimm. Dennoch war es mir eine Lehre, dass auch Mut seine Grenzen kennt.

Wird das Leben einem schon zeigen, wann man zu übermütig ist und einen in seine Schranken weisen? Was passiert, wenn ich – im übertragenen Sinne – mal einen falschen Schritt mache auf dem Baum des Lebens, und dann vielleicht taumeln muss, mich verletze?

Meine Antwort darauf: Nur aus Fehlern lernt man. Nur wer seine Grenzen immer wieder neu justiert, kann wachsen. Nur wer Risiken eingeht, wird lebendig sein. Denn, nur wer mutig ist, kann lernen. „Den Mutigen gehört die Welt“ las ich letztens irgendwo.

Wieviel Angst ist aber angemessen? Angst ist auch oft gut, denn sie schützt uns. Sie veranlasst uns, nicht zu riskant durchs Leben zu gehen, auf sich aufzupassen. Sie kann einen aber auch lähmen. Vielleicht hilft es, die Angst zu analysieren: Wieviel der Angst ist begründet, wieviel davon ist realistisch und logisch? Am Ende geht es dann nur über Akzeptanz. Eben, akzeptieren, dass man Angst hat, und das, wovor man Angst hat, trotzdem tun. So wie die Freundin von mir, die Höhenangst hat und letztens einen Tandem-Sprung aus dem Flugzeug gemacht hat. Respekt!

„Akzeptieren, dass man Angst hat und es trotzdem tun“ – im Großen, wie im Kleinen. Dann, wenn ich lerne zu Dingen oder Menschen „nein“ zu sagen. Oder im Großen, wenn ich den Schritt gehe, in eine andere Stadt zu ziehen, oder auf eine Bühne zu stehen und vor hunderten von Menschen etwas vorzutragen.

Egal, ob es der große oder der kleine Schritt ist: Ich wünsche Dir viel Mut, bei allem was Du tust. Und das ganz bewusst für das neue Jahr 2022. 😊

Literaturempfehlung:

The Courage Habit | Kate Swoboda

Mutmuskeltraining | Tanja Peters

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