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Heute morgen war ich im Schwimmbad. Eine ältere Dame sprach mich an, dass ich ja auch ein paar Kilos zu viel habe – so wie sie – und dass man dagegen mit Gymnastik wunderbar was machen könne. Ich war irritiert und reagierte gar nicht. Erst später wurde mir bewusst, was das war: Bodyshaming in reinster Form. In diesem Blogbeitrag schreibe ich darüber, weshalb ich mich nicht mehr für meinen Körper schämen möchte – egal ob er gängigen Schönheitsidealen entspricht, oder nicht.

Die Schwierigkeiten mit meiner Figur begannen in der Pubertät, als sich mein Körper veränderte. Als Mädchen schämte ich mich für meinen Körper, obwohl ich im Rückblick sagen muss, dass ich damals eine echt tolle Figur hatte. (Heute auch!) Alle hatten und haben Erwartungen an meinen Körper, aber es ist doch so: Mein Körper gehört mir. Ich darf mich an ihm freuen, darf ihn schön finden, auch wenn er vielleicht nicht den gängigen Schönheitsidealen entspricht. Ich sehe nicht ein, weshalb ich mich verstecken soll. Warum ich alles Mögliche an mir kaschieren sollte. Warum ich auf Biegen und Brechen immer gängigen Schönheitsidealen entsprechen soll. Für wen denn eigentlich? Nur dafür, dass mich Männer attraktiv finden? Dafür, dass mir weitere Produkte verkauft werden können, die ich nicht brauche?

Ich jedenfalls finde es teilweise ziemlich absurd, was als schön und was als hässlich gilt. Ein drastisches Beispiel: Wenn Frauen einen dicken Bauch haben, weil sie schwanger sind, dann ist das oft mit viel Stolz besetzt. Der Bauch wird überall – auch nackt – gezeigt. Und das ist auch schön so! Aber warum ist es ein Aufreger, wenn jemand, der keinen Waschbrettbauch hat, ein Croptop trägt oder in irgendeiner Form seinen Bauch zeigt? Und wieso kommentieren Männer sowie Frauen in unangemessener Weise das Aussehen anderer Frauen? Ich bin froh, dass ich zumindest in meiner Wahlheimat Hamburg nun immer öfter Frauen sehe, die auch ohne flachen Bauch Croptops tragen – ganz selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein wünsche ich mir auch.

Es gehört Selbstvertrauen dazu, zu sich zu stehen – egal, wie man aussieht. Und doch ist es eigentlich einfach und nur eine Änderung der Perspektive. In der Tierwelt gibt es auch so viele unterschiedliche Körper und ich frage mich, wenn Tiere denken könnten, ob sich der Elefant mit seinem runden Bauch jemals gefragt hat, weshalb er nicht so dünn ist, wie die Giraffe…Was ich sagen will ist: Wir sind alle unterschiedlich. Wir haben unterschiedliche Körper und das ist auch gut so. Niemand sollte sich dafür schämen, wie er oder sie aussieht. Oder wie Jana Crämer es einmal in einem Interview gesagt hat: Das einzige, wofür man sich schämen sollte, ist ein schlechter Charakter.

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